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Inspiration

Endlich. Die längste Schreibblockade die ich je hatte - seit Finnland habe ich keine Geschichte mehr zu Ende gebracht, also seit fast einem Jahr - ist durchbrochen. Es tut gut, wieder was zu schreiben, was wirklich fiktiv ist. Ich brauche diese Distanz offenbar, um Geschichten wirklich zu beenden.

Gewidmet demjenigen, der mich dazu inspiriert hat. Danke für dieses wertvolle Geschenk!

 Viel Spaß damit.

 

Inspiration

Schon im den Flur hörte sie den dumpfen Bass, der unerbittlich durch das alte Gebäude hämmerte. Die Wohnungstür stand einen Spalt offen, so dass sie hineinkonnte, ohne zu klingeln. Es roch nach Zigarettenrauch und Gras. Sie zog die Tür hinter sich zu und stieß dabei mit dem Fuß gegen eine leere Bierflasche, die geräuschvoll umkippte.
Das brachte ihn auf den Plan.

Auf einmal lehnte er im Türrahmen. Mit einer Zigarette im Mundwinkel musterte er sie mit abschätzigem Blick und zufriedenem Grinsen. Er trug ein schwarzes Tanktop und eine knielange Tarnhose. Ein Schauer rieselte ihr über den Rücken und sie konnte seinem Blick kaum standhalten. Seine Augen waren kalt wie immer, trotzdem wirkte sein Gesicht fast sanft.
Sie wusste, dass das täuschte, dass das eben einfach sein Aussehen war und dennoch wirkte es immer wieder.

Vielleicht war er doch nicht, wie er zu sein vorgab. Vielleicht war er doch anders.

"Hey, Kleines", begrüßte er sie. Mehr, als ein Lächeln brachte sie nicht zu stande.
Er kam auf sie zu, umfasste ihr Hüfte und küsste sie, viel zärtlicher, als man erwarten würde, viel sanfter, als zu ihm passte. Ihre Knie wurden weich, schon wieder, und sie war froh, dass er sie festhielt.

Als er sich von ihr löste, war sie sicher, dass ihr Blick sie verriet, dass in ihren Augen alles zu sehen war, was sie vor ihm zu verbergen versuchte. Doch letztendlich wusste er ohnehin schon lange, dass sie ihm verfallen war. Hoffnungslos.

Er drehte sich um und setzte sich wieder an seinen Computer. Unsicher folgte sie ihm ins Zimmer, ließ sich auf sein Bett fallen und zog die furchtbar unbequemen High Heels aus, die sie nur für ihn trug. Sie hasste hohe Absätze.

"Neuer Song?", fragte sie ihn, während er die Zigarette ausdrückte und auf den Bildschirm starrte. Ihre Stimme übertönte kaum die elektronischen Klänge. Harte Bässe hämmerten im Einklang mit ihrem Herzen.

"Jo", antwortete er, und drehte sich dabei zu ihr. "Aber irgendwie häng ich fest. Deswegen hab ich dich angerufen."
Er zeigte sein schmutzigstes Grinsen.
"Du weißt ja...du inspirierst mich."

Ihr Lächeln war zuckersüß.
"Dafür bin ich da", sagte sie und nur für einen winzigen Augenblick tat es weh, dass sie nur das war. Nicht mehr. Nicht weniger.

Er stand auf und ging die wenigen Schritte auf sie zu. Imposant stand er vor ihr, auf dem beinahe kindlichen Gesicht ein derbes Grinsen und ein verführerisches Funkeln in den dunklen Augen. Ihr Herz schlug schneller.

Er legte seine Hand unter ihr Kinn und zwang sie so, ihm in die Augen zu sehen. Entblöst, schon wieder.
Es war ihr egal.
Quälend langsam knöpfte er ihre Bluse auf, drückte sie aufs Bett und zog sie wortlos aus. Ihr Atem ging schneller noch bevor er sie angefasst hatte. Zu gut wusste sie, was er im Begriff war zu tun. Zu gut wusste sie, wie es sich anfühlte.

Als seine Lippen sich auf ihren Hals legten schloss sie die Augen. Unfähig, sich seinen Händen zu widersetzen, lag sie unter ihm, wand sich unter seinen Beührungen und genoss jede Sekunde. Nur nicht nachdenken, nur nicht realisieren.

Die Illusion war so viel angenehmer, als die Wahrheit. So viel besser.

Er zog sie zu sich hoch und drehte sie um. Willenlos ließ sie alles mit sich geschehen. Er kniete hinter ihr, verbiss sich in ihrem Hals während seine Hand zwischen ihre Beine glitt. Für einen kurzen Moment hielt sie die Luft an.

Dann drückte er ihren Oberkörper nach unten, so dass sie auf allen Vieren vor ihm kniete. Noch immer hielt sie die Augen geschlossen. Nur nicht sehen.

Seine Hände schienen überall zu sein, doch vor allem da, wo sie sie haben wollte. Er kratze über ihren Rücken, biss ihr in den Nacken und drang mit seinen Fingern immer wieder in sie ein.

Sie krallte sich in die Matratze. Längst war ihr Denken ausgeschaltet. Ihr Atem ging immer schneller, während er sein Becken an sie presste. Nur nicht aufhören.

Als er schließlich von ihr abließ, kippte sie zu Seiten und blieb schwer atmend liegen.
Durch zerzauste Haare sah sie ihn an.
Er stand mit zufriedenem Lächeln über ihr und blickte auf sie herab. Nicht fähig, etwas zu sagen, sah sie ihn einfach nur an und versuchte den Wunsch nach seiner Nähe zu unterdrücken. Sie schwiegen beide, sahen sich nur an und sie flehte innerlich, dass er dieses eine mal eine Ausnahme machen würde. Dass er sie dieses eine mal in den Arm nehmen würde. Ihr übers Haar streichen. Sie an sich drücken.

Er zog wortlos seine Hose aus. Sie schluckte und schloss für einen Moment die Augen. Sie kannte das Spiel.

Er zog sie zu sich hoch, strich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht, beinahe zärtlich, versuchte sie sich einzureden, dann drückte er sie nach unten. Sie fiel vor ihm auf die Knie. Tat, was er stumm verlangte. Und tat es gern, auch wenn sie sich selbst dafür hasste.

Es dauerte nicht lange. Noch immer dröhnte der Bass, noch immer roch es nach Zigarettenrauch und Gras. Sie zitterte ein wenig, als sie sich anzog. Er war wortkarg, wie immer, in Gedanken schon bei seinem Song. Vielleicht formte er schon Worte zu einem Text, hasserfüllt und aggressiv, wie seine Texte es immer waren. Sie knöpfte ihre Bluse zu, als er schon wieder vor dem Bildschirm saß.

Zögernd legte sie ihre Hand auf seine Schulter. Er drehte sich zu ihr und lächelte. Immer das Selbe.
Ein so ehrlich wirkendes Lächeln. Er sah so hübsch aus. So anders. Und ihr wurde warm.
Sie würde wiederkommen. Sie wusste, dass es falsch war und doch würde sie rangehen, beim nächsten Anruf. Sie würde wieder in ihr Auto steigen und sie würde sich wieder von ihm ausziehen lassen.

Er zog sie zu sich runter und küsste sie, so dass ihre Knie weich wurden. Vielleicht war er ja doch anders, dachte sie. Vielleicht wusste er es nur noch nicht.

Dann ging sie, ohne sich zu verabschieden, bevor er sie wegschicken konnte. Ein wenig Stolz hatte sie doch noch. Zumindest redete sie sich das ein. 

 

 

 19.07.2011

 

19.7.11 14:28
 
Letzte Einträge: Auseinanderfallen, Kleine Lichtgestalt, Tipping Point


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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


mr.bounty (19.7.11 20:44)
Hammer Story!

Sehr schön beschrieben und interessant es mal aus so einer Perspektive zu "erleben". Danke für den Text, schön dass du dich bzw. deine Blockade überwunden hast.
Ich freue mich schon auf deine nächsten Beitrag =)

Liebe Grüße
mr.bounty

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